Alltag im MountZionKidsCenter

Das 'Mount Zion Kids Center' befindet sich in Kilimahewa, einem Stadtteil der Stadt Mwanza, in Tansania.
Das Waisenhaus hat 2 große Schlafräume, eine Toilette (ein Raum mit Fenster und Loch im Boden), einen Aufenthaltsraum zum Essen, einen 'Stuff-Room' und eine Küche.
Die Kochstelle befindet sich hinter dem Haus auf dem Hof des Grundstücks. Im Essenraum gibt es zwar keinen Tisch zum Essen, doch seit einiger Zeit Stühle, auf denen die Kinder sitzen können. Somit müssen sie das Essen nicht mehr auf dem Boden sitzend einnehmen.

Es gibt zwei Mahlzeiten täglich. Mittags, nach der Schule, gibt es Ugali (Maisbrei) mit Spinat und kleinen Fischen und abends Reis mit Bohnen. Das Frühstück fällt zur Zeit aus, da die Kinder morgens vor der Schule keine Zeit haben dieses vorzubereiten und Catherene, die Köchin, erst ab 10 Uhr mit der Arbeit beginnt.

Zum Nachteil der Kinder befindet sich das Center direkt neben einer Bar, in der, frei sichtbar auf dem Hof, Alkohol und Zigaretten konsumiert werden. Außderdem ist das dazugehörige Guesthouse auch als 'Stundenhotel' bekannt. All diese Einflüsse bringen die Kinder unmittelbar in Berührung mit ihrer Vergangenheit auf der Straße und machen es ihnen wesentlich schwerer mit dieser abzuschließen.
Außer Yasini besuchen alle Kinder die 'Ibungilo Primary School' im Stadtteil Ilemela (in welchem sich auch das Center befinet). Morgens und nachmittags haben sie einen Fußweg von einer halben Stunde. Außerdem wohnt der 18jährige Oswald im Center und macht eine Ausbildung in einer Garage.
Seit die beiden Volunteers Jakob und Therese angefangen haben, im Center zu arbeiten, hat sich der Alltag der Kinder grundlegend verändert.
Die Kinder kommen ab um 13 Uhr mittags von der Schule, je nachdem ob sie morgens um 8 Uhr oder um 10 Uhr anfangen. Nach der Schule gibt es dann einen festen Rhythmus mit Beschäftigungsangeboten der täglich ungefähr 3 Stunden einnimmt. Dafür werden die Kinder in zwei Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe hat wöchentlich 2h Kunstunterricht mit Therese, 2h Theaterunterricht mit Jakob, 3h Englischunterricht mit Jakob und Therese und 4h Matheuntericht mit Lugano. Für Yasini finden außerdem jeden Morgen seperate Unterrichtsstunden mit Therese statt, die ihm Lesen und Schreiben beibringt. Aufgrund Wegbleibens von der Schule wurde er von dieser verwiesen. Außerdem hat er Schwierigkeiten, dem Unterrichtspensum zu folgen und kann somit mit seinen 18 Jahren weder lesen noch schreiben, was die Eingliederung in einen Schulalltag schwierig macht.
Am Mittwoch gibt es kein festgelegtes Programm. Manchmal kommen Frauen einer nahe gelegenen Kirche und geben Religionsunterricht. Außerdem waschen die Kinder an diesem Tag ihre Wäsche. Auch das Putzen des Hauses und das Sauberhalten des Grundstücks ist Aufgabe der Kinder.
Seit kurzem gibt es im Center auch einen Fernseher, welchen Dr. Andrew beschaffen konnte. Zu bestimmten Tageszeiten und besonders abends vor dem Schlafen gehen dürfen die Kinder Sportsendungen oder Trickfilme schauen.
Ansonsten ist das Angebot an Arbeitsmaterialien oder Spielsachen für die Kinder sehr gering. Aus diesem Grund ist es manchmal schwierig, die Aktivitäten im Center auszubauen, da ab einem bestimmten Punkt einfach die Materialien fehlen.
Am Samstag um 10Uhr geht die ganze Gruppe mit allen Mitarbeitern gemeinsam auf einen nahe gelegenen Sportplatz zum Fussball spielen. Dafür konnte Dr. Andrew in Daressalaam Trikots kaufen, die die Kinder bei diesen Spielen stolz tragen. Gelegentlich finden auch Matches mit anderen Kindergruppen (von Schulen oder anderen Centern) statt. Der Wettbewerbssinn der Kinder ist extrem hoch, wesshalb sie bei diesen Spielen stets alles geben um zu gewinnen. Trotzdem gibt es manchmal für den Gewinner ein 'PreisHuhn', welches dann frisch zum Essen geschlachtet wird. Ab 17Uhr gehen die Kinder am Samstag in den christlichen Gottesdienst oder den Religionsunterricht und am Sonntag von 12-18Uhr zur Sonntagsschule. Die muslimischen Kinder besuchen den Gottesdienst am Freitag Nachmittag.

Abends machen die Kinder selbstständig ihre Hausaufgaben. Allerdings soll auch dieses in Zukunft im Kollektiv unter Beaufsichtigung und mit Hilfe der Volunteers geschehen.
|